Norwegische Waldkatzen - De-La-Platiada

Fibrosarkom

Felines Fibrosarkom

Das feline Fibrosarkom stellt mit ca. 40 % aller Fälle die zweithäufigste Hauttumorform bei Katzen dar. Hierbei wird vermutet, dass ein Zusammenhang der Tumorbildung mit Injektionen besteht, da die Neubildungen oft in Impflokalisationen an der seitlichen Brustwand oder im Nackenbereich lokalisiert sind. Da zudem häufig Hilfsstoffe des FeLV-Impfstoffes in Fibrosarkomen nachgewiesen wurden, werden Fibrosarkome oft auch als impfassoziierte Sarkome bezeichnet. Sie treten jedoch auch an anderen als den Impflokalisationen auf und werden vermutlich durch lokale Entzündungsreaktionen nach Hautverletzungen gefördert. Die Prävalenz der Erkrankung liegt bei 0,01 bis 0,036 Prozent.
Die Tumoren sind bösartig und führen unbehandelt zum Tod der Katze. Dabei neigt der Tumor weniger zur Ausbildung von Fernmetastasen; vielmehr wächst er lokal infiltrativ in das umgebende Gewebe hinein. Die Ausbildung einer
Pseudokapsel gibt ihm dabei häufig den Anschein einer guten Abgrenzung gegen das umliegende Gewebe.
Die einzige Möglichkeit der
Therapie stellt bisher die chirurgische Entfernung des Tumors dar. Bei einer alleinigen Entfernung der Pseudokapsel ergibt diese Behandlung kaum zufriedenstellende Ergebnisse, da in ca. 70 % aller Fälle der Tumor wieder nachwächst. Wesentlich bessere Erfolge erzielt ein radikales chirurgisches Vorgehen, bei dem nach allen Seiten mindestens 3 cm Abstand zum tastbaren Tumor gehalten wird. In der Tiefe wird ebenfalls großzügig Gewebe entfernt (bei Bedarf Teile der Brustwand und sogar Rippen). Diese Form der Chirurgie ist infolge der hierbei auftretenden Gewebsdefekte recht anspruchsvoll und sollte nur von erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden. Tritt der Tumor an Extremitäten auf, ist ihre Amputation meist die Therapie der Wahl. Als zusätzliche Therapie sind Bestrahlungen und verschiedene Chemotherapie-Protokolle möglich.

Bild einer Katze mit einem Fibrosarkom Bild einer Katze nach der Radikalentfernung eines 860g Fibrosarkom

  Aus einem Schreiben von Prof. Dr. Ingo Nolte, TÄ Hochschule Hannover, 2001

Seit Anfang der neunziger Jahre gibt es Hinweise darauf, dass Impfungen bei der Katze die Entstehung von Fibrosarkomen (sog. Impfassoziierte Fibrosarkome) hervorrufen. Die Häufigkeiten des Auftretens dieser Tumore werden von verschiedenen Autoren von 1 Fall pro 10.000 geimpfter Katzen bis 1 Fall pro 1.000 geimpfter Katzen angegeben.

Um nun einen ausreichenden Schutz vor den Infektionskrankheiten zu gewährleisten und parallel das Risiko der Fibrosarkomentstehung zu minimieren, muss bei jeder Katze individuell zusammen mit dem Tierarzt abgewogen werden, welche Impfungen in welchem Abstand verabreicht werden sollten. Dabei ist es von entscheidender Wichtigkeit, wie die Katzen gehalten werden und welchem Infektionsdruck sie somit ausgesetzt sind.

Zur Früherkennung und Vorbeuge der Fibrosarkomentstehung können weitere Maßnahmen hilfreich sein. Es ist ratsam, die Injektionsstelle der Impfung im Impfausweis zu dokumentieren. Weiterhin sollte der Bereich, an dem die Impfung verabreicht wurde, regelmäßig überprüft werden. Tritt hier eine Schwellung auf, die sich innerhalb eines Monats nicht zurückbildet, sollte ein Tierarzt konsultiert werden. Schließlich sollte vor allem bei größeren Impfabständen mindestens einmal jährlich eine tierärztliche Untersuchung der Katze erfolgen.

 

Ergänzung: Es sollten keine knochennahen Injektionen durchgeführt werden, weil dort keine Tumorentfernung im gesunden Gewebe möglich ist. Ein erbsengroßer Tumor ist operabel, ein Tennisball hat mit Sicherheit gestreut (Dr. Martin Kessler).

Eigene Erfahrung mit einem Fibrosarkom und eigene Meinung dazu:

Im Juli 2010 entdeckten wir beim Bürsten von Marouk einen Fellknoten an seiner linken Seite. Um ihn nicht weiter zu stressen rasierten wir die Stelle, da der Fellknoten bis zum Haaransatz ging. Nach dem Rasieren fasste ich die Hautstelle noch mal nach und ertastete unter der Haut eine ca. erbsengroße Verhärtung. Bereits am nächsten Morgen war ich deswegen beim Tierarzt. Sehr schnell stand fest, es handelt sich um ein Fibrosarkom. Im Normalfall wäre nun sofort eine umfangreiche Entfernung des Fibrosarkoms und des Gewebes darum vorgenommen worden, aber wir haben uns in Marouk's Sinn dagegen entschieden.


Für diese OP hätte Marouk eine Vollnarkose benötigt, die aber auf Grund seiner starken HCM viel zu riskant ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Fibrosarkom schnell wieder bildet ist sehr hoch und so müssten wir mit folgenden Vollnarkosen rechnen. Auch wenn das Fibrosarkom nur erbsengroß ist, es müsste das Gewebe darum sehr großflächig entfernt werden. ( Naht ca. 20 cm lang ) Dies bedeutet eine große Wunde, Schmerzen und das Tragen eines Kopftrichters, was überhaupt nicht möglich ist. Wir wissen das unser Marouk seit dem letzten Herbst einen Tumor in der Nase hat, der bereits langsam unter sein Auge wächst. Deswegen bekommt er alle 4 Wochen Cortison gespritzt und Akupunktur. So lange es ihm gut geht, machen wir ihm seine letzte gemeinsame Zeit mit uns so schön und lebenswert wie nur möglich. Aber wir werden ihn nicht noch mit einer großen OP wegen des Fibrosarkoms und den damit behafteten Schmerzen quälen.

Zwischenzeitlich habe ich mit einigen betroffenen Katzenhaltern Kontakt aufgenommen und die meisten bedauern, dass sie ihrem Liebling dieser Tortour ( mehrere OP's oder sogar Bestrahlungen ) ausgesetzt haben. In jedem einzelnen Fall kam das Fibrosarkom nach 10 bis 14 Wochen wieder. Das hätte man den Lieblingen ersparen können.

Ich werde Marouk's Fibrosarkom weiterhin aufmerksam beobachten und hier darüber berichten.